Die Chirurgin – Rizzoli & Isles Band 1

Schauderhaft spannend, aber anders als erwartet.

Die Chirurgin von Tess Gerritsen ist ein spannender Thriller und der erste Band aus der Reihe rund um Rizzoli & Isles. Ich persönlich kannte die beiden aus der gleichnamigen TV-Serie, die ich eine Zeit lang sehr gerne gesehen habe. Dann bin ich in den Urlaub gefahren und musste mich entscheiden. Dabei wanderte dieses Buch mit auf große Fahrt.

Die Chirurgin von Tess Gerritsen, aus dem Amerikanischen von Andreas Jäger, Cover: Blanvalet Verlag
Die Chirurgin von Tess Gerritsen, aus dem Amerikanischen von Andreas Jäger, Cover: Blanvalet Verlag

Wer diese Reihe von Tess Gerritsen lesen möchte, weil ihm oder ihr die Fernsehserie so gut gefallen hat: sei gewarnt! Es hat kaum etwas miteinander zu tun. Wie so häufig wurden die Charaktere für das Fernsehen verändert (die Rizzoli aus dem Buch hat, aus meiner Sicht, kaum etwas mit der aus der Serie zu tun). Außerdem ist in diesem ersten Band noch kein Wort über Dr. Isles zu erfahren – sehr schade, wie ich finde, aber bestimmt taucht sie in den späteren Bänden auf. Zudem ist das Buch um einiges brutaler / ekliger als die Serie. Okay, ich reagiere auch immer sehr auf … sagen wir detailreiche Beschreibungen in Büchern, Blut im Fernsehen vertrage ich da eher.

So, nun aber genug von der Vorrede!

Kurz worum es geht:

In Boston ist ein Serienmörder unterwegs. Die Polizei findet die Leichen von jungen Frauen in deren Schlafzimmern. Nackt, gefesselt und entstellt – der Mörder, der bald als Der Chirurg betitelt wird, entnimmt den Frauen bei lebendigem Leib ihre Gebärmutter und schlitzt dann die Kehlen seiner Opfer auf.

Schnell wird die Verbindung zu einer anderen Mordserie vor einigen Jahren gezogen. Der Mörder damals entnahm den Frauen ebenfalls die Gebärmutter, vergewaltigte sie vorher jedoch. Doch ein Puzzleteil scheint einfach nicht zu passen, denn damals in Savannah starb der Serienmörder. Er wurde von seinem Opfer erschossen, der Chirurgin Cathrine Cordell. Heute lebt sie in Boston. Gibt es eine Verbindung zu ihr und der erneuten Mordserie? Und wo ist die Verbindung zwischen den Opfern, die sich scheinbar nicht gekannt haben? Diesen Fragen stehen Detective Moore und Rizzoli gegenüber, während sie dem Serienmörder hinterher jagen, um unschuldige Frauen vor einem brutalen Tod zu bewahren.

Was es interessant macht:

Bitte versteht mich nicht falsch, ich finde, dass Die Chirurgin von Tess Gerritsen wirklich ein tolles Buch ist. Es ist sehr spannend geschrieben und man kann quasi kaum aufhören, weil man wissen möchte, wie es weitergeht. Die Charaktere von Detective Moore und Rizzoli sind gut ausgearbeitet und man kann sich die Szenen oft sehr gut vorstellen. Moore ist ein engagierter Detective, dessen Frau vor einigen Jahren starb und um die er noch immer trauert. Rizzoli ist neu bei der Mordkommission und die einzige Frau. Sie muss sich behaupten und um Anerkennung kämpfen, deshalb ist ihr die Lösung des Falls rund um den Chirurgen besonders wichtig. Hinzu kommt noch Dr. Catherine Cordell. Sie war das  letzte Opfer des Serienmörders aus Savannah und hat überlebt. Vielmehr noch, sie hat den damaligen Mörder erschossen. Doch jetzt geht die Mordserie erneut los, in der Stadt, in der sie lebt. Das war etwas das mich persönlich sehr verwirrt und gefesselt hat: das Buch heißt Die Chirurgin, der Serienmörder aus Boston ist jedoch ein Mann, der den Spitznamen Der Chirurg bekommt! Dieses Spiel mit den Worten hat mich zu den abstrusesten Theorien geführt und am Ende kam doch alles ganz anders…

Tess  Gerritsen beschreibt in ihrem Thriller die Tatorte sehr anschaulich. Mir persönlich war es zu krass – vielleicht weil ich eine Frau und dazu noch kein sonderlicher Thriller-Fan bin. Vergewaltigung, Operation der Gebärmutter bei Bewusstsein und ohne Schmerzmedikamente.. Dazu kommt noch, dass wir immer wieder aus der Perspektive des unbekannten Mörders lesen und dabei zum Beispiel etwas über Opferrituale lernen. Sehr gut geschrieben, doch für mich war es einfach zu viel. Zu Ende lesen musste ich es aber trotzdem! Ich hatte keine Chance. 😉

Alles in allem kann ich dieses Buch jedem Thriller-Fan ans Herz legen, der keine Angst vor blutigen Beschreibungen hat und sich nach einem spannenden Fall sehnt, bei dem man mitfiebern muss. Nicht empfehlen kann ich dieses Buch jedoch Leuten, die die Fernsehserie Rizzoli & Isles lieben und sich deswegen die Ursprünge ansehen wollen. Es ist einfach nicht mit der Fernsehserie vergleichbar.

Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Sonntag!

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