30 Tage und ein ganzes Leben

von Ashley Ream

Berührend, bedrückend, erfrischend, inspirierend.

Ihr fragt euch, wie diese Wörter zusammenpassen? Auf eine wunderbare Weise hat es Ashley Ream geschafft, ein Buch zu schaffen, das all diese Empfindungen verbindet.

30 Tage und ein ganzes Leben von Ashley Ream, aus dem Amerikanischen von Alexandra Baisch, Cover: Randomhouse
30 Tage und ein ganzes Leben von Ashley Ream, aus dem Amerikanischen von Alexandra Baisch, Cover: Randomhouse

Kurz worum es geht

Clementine Pritchard ist eine erfolgreiche Künstlerin. Sie lebt von ihrer Kunst – und in ihrem Atelier, denn sie wohnt sozusagen um ihre Kunst herum. Ihr Privatleben scheint kaum existent und das wenige, das dort vorhanden ist, liegt entweder in Scherben oder ist mindestens sehr kompliziert. Clementine ist geschieden, ihre Mutter und Schwester sind verstorben, ihren Vater kennt sie nicht bzw. er ist kein Teil ihres Lebens. Jenny, Clementines Assitentin, hilft ihr, das alltägliche Leben zu meistern. Denn Clementine leidet, mental. An manchen Tagen erscheint ihr das Aufstehen unmöglich, daher bleibt sie einfach liegen. Manchmal bekommt sie Gefühlausbrüche und ist für sich selbst völlig unberechenbar. Daher hat sie einen Entschluss gefasst: in 30 Tagen wird sie ihr Leben beenden. Deswegen beginnt sie nun, alles umzukrempeln, entledigt sich von ungeliebten Sachen und bereitet alles auf ihr Ableben vor. Denn sie möchte kein Chaos hinterlassen, niemand soll ihretwegen noch größeren Aufwand haben, sie will die Entscheidungen selbst treffen. So feuert sie ihren Psychiater (warum sollte sie damit noch ihre Zeit verbringen), setzt ihre Medikamente ab und kann endlich wieder die Vielfalt der Küche schmecken. Sie wirft ihr Teegeschirr aus dem Fenster, das sie sowieso nie gemocht hat. Immer ein Ziel vor Augen, sie will ihre letzten Tage nur noch mit Sachen verbringen, die sie tun will.

 

Was es so interessant macht

Das Thema an sich ist unbestreitbar eher deprimierend. Einer Frau dabei zuzusehen, wie sie ihr Leben für ihr Ableben vorbereitet, war für mich etwas befremdlich. Doch Ashley Ream hat es wunderbar geschafft, mich mit ihrem Schreibstil zu fesseln.

In den Tagen der Vorbereitung auf ihren eigenen Tod erlebt Clementine das Leben noch einmal anders. Sie verbringt ihre Zeit mit Sachen, die ihr wirklich am Herzen liegen. Sie setzt beispielsweise ihre Medikamente ab und erlebt so die Welt des Geschmacks ganz neu. Doch sie erlebt in dieser Zeit, in der die Tage bis zu ihrem Datum heruntergezählt werden, auch dunkle Tage. Mich hat der Einblick in Clementines Gefühls- und Gedankenwelt sehr beeindruckt. Manchmal konnte ich mit ihr mitfühlen, manchmal ging es schlicht über mein Verständnis und konnte nur staunen über die beschriebenen Situationen und Gefühle, die so realistisch waren.

30 Tage und ein ganzes Leben hat mich schlichtweg gefesselt. Ich kann es nicht ausreichend beschreiben. Ich lege dieses Buch jedem ans Herz, der ein tiefberührendes Buch lesen möchte und sich dabei völlig in einer anderen Welt verlieren will. Von dem Buch rate ich jedoch ab, wenn du nicht viel Zeit zum Lesen hast. Denn es ist fesselnd und man sollte sich wirklich die Zeit nehmen, um jede Nuance dieser Geschichte in sich aufzunehmen.

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