Off Topic – Minimalismus und ich

Ein herzliches Hallo!

Heute gibt es mal einen eher ungewöhnlichen Beitrag bei mir. Es geht um ein Thema, mit dem ich mich schon seit längerem immer mal wieder beschäftige: Minimalismus.

Dieser Trend / Lebensstil / diese Einstellung zum Konsum schwirrt mir bereits eine Weile im Kopf herum. Der Gedanke, sich nur mit den Dingen zu umgeben, die man wirklich benötigt bzw. die von wirklichem Wert für einen selbst sind, zieht mich an. Ich lese einige Blogs über Minimalismus (eine Auswahl gibt es am Ende dieses Beitrags) und bin immer wieder erstaunt und fasziniert davon. Dann überkommt mich der Wunsch, auch so zu sein. Doch hier ein paar Fakten über mich:

  1. Ich bin schrecklich unordentlich. Bei der Arbeit muss ich bereits den ganzen Tag organisiert und strukturiert sein. Wenn ich dann abends nach Hause komme, ist es manchmal als würde ein Knoten platzen und das gesamte angestaute Chaos entlädt sich.
  2. Ich mag Dinge.Ich bin gerne umgeben von Deko und Fotos. Minimalistische Wohnungen sind schick, aber dort würde ich mich nicht wohlfühlen.
  3. Ich bin gerne auf alle Eventualitäten vorbereitet. Das liegt vermutlich in der Familie. Meine Mutter sagt immer, dass wir beide nur mit unseren Handtaschen ausgerüstet vermutlich spontan das Land verlassen könnten. Von den meisten Dingen habe ich nicht nur eine Ausführung dabei, sondern gleich eine zweite, falls die erste kaputt gehen oder nicht ausreichen sollte. (Gilt zum Beispiel für Stifte und Schreibpapier.) Dieses Phänomen ist bei mir nicht nur im Alltag, sondern auch auf Reisen zu finden. Sollte noch Platz in meinem Koffer sein, packe ich sicherheitshalber noch ein, zwei (oder fünf) T-Shirts mehr ein.

Diese Eigenschaften stellen nicht die ideale Voraussetzungen für ein minimalistisches Leben dar. Oder sagen wir es so: es ist eine Herausforderung.

Doch warum beschäftige ich mich damit, wenn es doch anscheinend so entgegen meines Charakters läuft? Mache ich mir dadurch das Leben nicht unnötig anstrengend? Nun ja, vielleicht. Aber hier ein paar (Gegen-) Eigenschaften:

  1. Ich hasse Unordnung. Ja, ich bin chaotisch und für mich muss auch nicht jede Oberfläche frei sein. Sachen dürfen herumliegen. Aber spätestens wenn man seine Teetasse nirgends mehr abstellen kann, reißt mein Geduldsfaden.
  2. Ich bin neugierig und ich lerne gerne dazu. Es macht mir Spaß, mich mit neuen Ansätzen vertraut zu machen und das ein oder andere auszuprobieren.
  3. Die Menge an Sachen, die mich umgibt, belastet mich.

Der letzte Punkt ist vermutlich der ausschlaggebendste, deswegen möchte ich dazu ein paar Worte mehr verlieren. Dieses Gefühl der Belastung liegt zum Teil an meiner Unordentlichkeit.  Je mehr Sachen man besitzt, desto mehr Unordnung kann man erschaffen und desto schwieriger ist es, genau diese eine bestimmte Sache zu finden, die man gerade sucht. (Tatsächlich ist dies genau der Gedanke, über den ich auf den Minimalismus gestoßen bin.) Seitdem ich mir dem Gefühl der Belastung bewusst geworden bin, lässt es sich zudem immer schlechter ignorieren. Inzwischen stört es mich sogar, Sachen zu besitzen, die ich augenscheinlich gar nicht brauche.

Des Weiteren haben und werden sich in meinem Leben ein paar räumliche Änderungen ergeben und wenn ich nur daran denke, habe ich das Bedürfnis, sofort unnötige Sachen zu minimalisieren.

Meine Sachen, Umzüge und ich.

Folgendes ist passiert: Zunächst habe ich 20 Jahre ruhig und ohne Umzüge gelebt. Dann bin ich von meinem Elternhaus in eine eigene Wohnung gezogen – leider nicht mit all meinen Sachen; bei meinen Eltern wollte ich aussortieren, sobald ich in meiner Wohnung angekommen bin. (Ich bin sehr gut im Prokrastinieren!)

Nicht lange nach meinem Umzug erhielt ich das wahnsinng tolle Angebot, für ein Jahr nach Lissabon zu ziehen. Da bin ich doch dabei! Also, Wohnung gekündigt, zurück zu meinen Eltern. Jedoch nur für ein paar Tage und dann ging es schon ab in die schöne Hauptstadt Portugals.

Statt einer eigenen Wohnung finde ich mich hier auf einmal in einem WG-Zimmer. Natürlich habe ich nicht alle Sachen von Zuhause mitgenommen, die Küche war ja beispielsweise schon vollständig ausgestattet. Dennoch türmen sich Sachen in meinem WG-Zimmer, das leider nur wenig Staufläche bietet.

Da das alles noch nicht kompliziert genug ist, werde ich zum 01. August wieder für zwei Monate zu meinen Eltern ziehen. Dort habe ich zwar (mehr als) genug Platz, jedoch komme ich mit meinen Sachen aus einem Jahr Ausland in Räume mit meinen Kindersachen und den Sachen aus meiner Wohnung, die sich aus Zeitmangel größtenteils noch in Umzugskisten befinden.

Wenn alles gut geht, werde ich im Oktober noch einmal umziehen, vermutlich innerhalb Deutschlands und wieder in eine WG.

Für alle, die zwischendurch den Faden verloren haben, hier gibt es eine kleine Infografik (und bitte nicht lachen, ich bin nicht sonderlich begabt im Zeichnen):

Meine Umzüge und der Minimalismus

Schon alleine wegen des Aufwands während des Umzugs wäre es also gut, nur noch die Sachen zu behalten, die mir wirklich am Herzen liegen und die ich brauche. Wie ich dieses Ziel erreichen möchte, weiß ich noch nicht so genau. Offensichtlichste Antwort lautet: aussortieren. Das ist auch der Plan, jedoch fällt es mir teilweise wirklich schwer, mich von Dingen zu trennen. Dennoch werde ich es versuchen. Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt.

Bis dahin lese ich noch etwas weiter über Minimalismus und lasse mich inspirieren und motivieren.

Ein paar Lesetipps zum Minimalismus

Es gibt ein paar Blogs, auf denen ich regelmäßig und/ oder nach Lust und Laune vorbeischaue und die ein paar Tipps und Tricks zu den Themen der Lebensvereinfachung und des Minimalismus auf Lager haben:

Abgesehen davon suche ich häufig im Internet konkret nach Themen, die mich gerade interessieren und beschäftigen. So stoße ich immer wieder auf neue Blogs und Lebensgeschichten.

Ansonsten lese ich offline sehr gerne das Flow-Magazin (hier geht’s zur Internetseite) und habe das Buch Magic Cleaning von Marie Kondo entdeckt, dessen zweiter Band bereits auf meinen SuB liegt.

Wie sieht es bei euch aus? Interessiert ihr euch für Minimalismus oder ist das so gar nicht euer Thema?

Wenn ihr noch weitere Blog- oder andere Tipps für mich habt, immer her damit! 🙂

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4 thoughts on “Off Topic – Minimalismus und ich

  1. Meine Liebe!

    Erst einmal: Vielen Dank fürs verlinken! <3

    Ich kenne das Problem mit dem Trennen und die Tendenz, es dann erstmal alles zu den Eltern auszulagern. Was jedoch vollkommen kontraproduktiv ist, da dieser Ort (das Elternhaus) emotional noch mehr aufgeladen ist und das Trennen dort noch schwerer fällt. 😉 Ohja, habe ich auch schon alles durch. 😀 (M)Ein Glück war, dass meine Eltern irgedwann das Elternhaus verkauft haben *Schock schwere Not* und dies DER Zeitpunkt war, sich einmal wirklich Gedanken zu machen, woran man wirklich hängt, sich von einigen VIELEN Sachen zu lösen und festzustellen, das einem die schönen ERINNERUNGEN TROTZDEM bleiben.
    Und irgendwann auch zu realisieren: Auman, noch ein Schritt mehr in Richtung Erwachsen werden und für den eigenen Kram die Verantwortung übernehmen. Und das war dann auch irgendwann ein gutes Gefühl, auch wenn man sich anfangs vielleicht vollkommen verloren fühlt…

    Was das Reisen und das Gepäck bzw die Handtaschen angeht: Mittlerweile reisen wir wenn es geht (und das ist bei uns meistens der Fall) mit Handgepäck. Ernten dafür ungläubiger Blicke, wie man denn zu zweit zwei Wochen aus einem Handgepäckstück leben kann. 😀 Bei mir kam irgendwann die Einsicht, das ich 1. gar nicht auf jeden Fall vorbereitet sein kann (denn das hatte ich früher genau wie du, von daher kenne ich diesen Wunsch nur ZU GUT!) und 2. das ich in mich und mein Umfeld doch auch vertrauen kann! Irgendwer hat immer etwas zum schreiben, das muss auch nicht immer ein Stift sein 😉 und irgendetwas zum darauf schreiben findet sich auch, und wenn es ein Taschentuch oder eine Handfläche ist. Ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen und kann doch improvisieren! Und das macht meistens noch mehr Spaß, weil das DIE Geschichten sind, die man sich hinterher erzählt… UND: In Zeiten von Smartphones… naja. Brauche ich nicht weiter auzuführen, oder? Dazu gehört: Auch in anderen Ländern gibt es Notwendiges zu kaufen, auch wenn wir diese Möglichkeit nie in Erwägung ziehen!! 😀 (Warum eigentlich nicht?!) Klar ist Kaufen nicht mein Ziel, wenn ich los fahre, aber ich realisiere die Möglichkeit und lasse so los und kann mich so auf das Wesentliche, nämlich die Reise, konzentrieren, anstatt mich mit dem Kram zu beschäftigen, den ich mit mir rumschleppen muss… Also: Vetrauen und Loslassen. Das hat mir unheimlich geholfen.

    Vielleicht konnten dir meine Worte noch mal ein bisschen helfen! Wenn du magst, schreib mir doch ansonsten eine Mail oder lass und skypen. 🙂
    Ich drücke dich auf jeden Fall ganz dolle und wünsche dir ganz viel Erfolg beim Aussortieren und für deinen Umzug!! <3
    Sunray

    1. Hallo Sunray,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! <3
      Ich wäre auch eine von denen, die euch ungläubig anschauen würden. Zwei Wochen nur mit Handgepäck? Ein Tag und Handgepäck, okay, aber alles andere...? 😀 Aber du hast definitiv recht - im Zweifelsfall kann man vieles nachkaufen. (Das ist tatsächlich etwas, das mich immer beruhigt. Habe ich alles? Naja, eine Zahnbürste kann ich mir zur Not auch neu kaufen...) Trotzdem beachte ich das beim Packen meistens nicht. Gerade Kleidung auszusortieren fällt mir ziemlich schwer, weil es Phasen gab, in denen ich einkaufen gehasst habe. Deswegen graut es mir davor, dass ich Dinge nicht ersetzen kann. Aber eigentlich muss ich ja auch gar nicht alles ersetzen können, mein Stil darf sich ja ruhig auch mal verändern... Hm... Da habe ich noch viel zum Nachdenken vor mir. 😉
      Ich halte dich auf dem Laufenden - und falls Fragen sind (oder Panik, weil ich nichts aussortieren kann), weiß ich ja wie ich dich erreiche. 🙂
      Ines

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